München/Hamburg, 20. Februar 2026 – Ein geleakter Referentenentwurf des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie zum sogenannten „Netzpaket” droht den Ausbau Erneuerbarer Energien in Deutschland massiv auszubremsen. 18 Münchner Unternehmen wenden sich deshalb in einem gemeinsamen Appell an
- Hubert Aiwanger, Bayrischer Staatsminister für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie,
- Andreas Lenz (CSU), Mitglied des Deutschen Bundestages, Sprecher & Vorsitzender der Arbeitsgruppe Wirtschaft und Energie von CDU/CSU und Mitglied im Ausschuss für Wirtschaft und Energie sowie
- Sebastian Roloff (SPD), Mitglied des Deutschen Bundestages und Mitglied im Ausschuss für Wirtschaft und Energie
und fordern ein klares Bekenntnis zu den Energiewende- und Klimazielen sowie eine grundlegende Überarbeitung des geleakten Referentenentwurfs.
Sie warnen vor schwerwiegenden Folgen für den Wirtschaftsstandort Bayern: Über 400.000 Arbeitsplätze sind bundesweit in der Erneuerbaren-Branche entstanden (GWS), Tausende davon in Bayern. Der Gesetzentwurf gefährdet diese Arbeitsplätze und erhöht außerdem Deutschlands Abhängigkeit von langfristig teuren fossilen Energieimporten.
Die Initiative geht auf die Hamburger Energiegenossenschaft Green Planet Energy zurück, die den Unternehmensappell für Hamburg initiiert und den Brief entworfen hat. Der europäische Solar- und Speicher-Spezialist greentech, der neben seinem Hamburger Hauptsitz auch einen Standort in München unterhält, weitet die Aktion nun auf Bayern aus und koordiniert die Unternehmensallianz vor Ort.
Wirtschaftliche Risiken für Bayern
Der Anfang Februar bekannt gewordene Referentenentwurf sieht unter anderem einen sogenannten Redispatch-Vorbehalt vor, der Betreiber Erneuerbarer Energien in vielen Netzregionen zwingt, bis zu zehn Jahre auf Erlöse zu verzichten, wenn der Netzbetreiber Energiemengen abregelt. Für zahlreiche bereits fertig geplante Projekte käme dies einem faktischen Baustopp gleich. Hinzu kommt, dass 866 Verteilnetzbetreiber eigenmächtig Regeln für den Netzanschluss festlegen dürften – ein unübersichtlicher Flickenteppich, der Planungssicherheit und Investitionsbereitschaft untergräbt.
„Das Netzpaket in seiner aktuellen Form ist ein wirtschaftspolitisches Risiko für den Standort Bayern.”, sagt Ingo Rehmann, CEO von greentech. „Die Unternehmen, die diesen Brief unterzeichnet haben, stehen für reale Arbeitsplätze, für Investitionen und für Wertschöpfung in Zukunftstechnologie vor Ort. Wenn die Politik den Ausbau der Erneuerbaren ausbremst, trifft das nicht abstrakte Klimaziele – es trifft konkret Betriebe, Beschäftigte und Steuereinnahmen in dieser Region. Stillstand bei der Energiewende hat gerade für Bayern mit der aktuell hohen Ausbauquote an Erneuerbaren Energien massive wirtschaftlich negative Folgen.”
Kernforderungen der Unterzeichner
Die Unternehmen fordern in ihrem Brief:
- Die grundlegende Überarbeitung des Redispatch-Vorbehalts, um Planungs- und Investitionssicherheit in Erneuerbare Energien zu gewährleisten;
- Einheitliche, bundesweite Regeln für den Netzanschluss statt eines Flickenteppichs aus Sonderregelungen der Verteilnetzbetreiber;
- Die Umsetzung von Instrumenten wie „Nutzen statt Abregeln”, den Ausbau von Batteriespeichern und einen konsequenten Smart-Meter-Rollout.
Koordinierte Aktion in Hamburg und München
Die Münchner Initiative knüpft an die Unternehmensallianz der Hamburger Unternehmen an, die Green Planet Energy ins Leben gerufen hat. Die zeitnahe Veröffentlichung der Briefe in beiden Städten unterstreicht, dass die Kritik am Netzpaket keine regionale Einzelmeinung ist, sondern von Unternehmen mehrerer deutscher Wirtschaftsstandorte geteilt wird.
Hier lesen Sie den Appell Bayerischer Unternehmen an die Politik zum Netzpaket.
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