„Im Erstellungsprozess können noch Optimierungspotenziale für das Anlagenlayout erkannt werden“

Zur Finanzierung und für den Weiterverkauf projektierter PV-Anlagen ist die Ertragsanalyse unumgänglich. „Das Ertragsgutachten dient als Basis bei Kauf- oder Verkaufsverhandlungen. Es begründet fachlich und objektiv den erwartbaren Ertrag und ist Hauptargument des offerierten Kauf- bzw. Verkaufspreis“, erläutert Johannes Liebich, Leiter des Bereichs Engineering & Technical Advisory bei greentech. „Normalerweise fordern auch Banken heutzutage Ertragsgutachten für Photovoltaik-Anlagen, die sie finanzieren sollen: Nur damit ist eine realistische Einschätzung der Wirtschaftlichkeit möglich.“

Ertragsgutachten Photovoltaik für Bankenzwecke

Als Owner‘s Engineer ist greentech auf die Erstellung verlässlicher Analysen und Bewertungen externer Ertragsgutachten spezialisiert. Außerdem erstellt das Unternehmen als Technical Advisor auch selbst fundierte, bankfähige Photovoltaik-Ertragsgutachten unter Berücksichtigung aller relevanten Faktoren. „Das Ergebnis ist eine detaillierte und realistische Ertragsprognose für die betreffende PV-AnlageSie stellt das wirtschaftliche Potenzial der geplanten Photovoltaikanlage objektiv dar“, so der Ertragsgutachter.

Ertragsprognosen in verschiedenen Planungsstufen und in verschiedenen Detailtiefen

Bereits in der initialen Planung während der Projektentwicklung lassen sich anhand bestimmter Angaben der betreffenden Fläche – etwa eines Flurstücks mit gekennzeichneten Grundstückgrenzen, einer standardisierten Belegungsplanung sowie der Nutzung geeigneter Einstrahlungsdaten konkrete Schlüsse auf den erwartbaren Ertrag und die damit verbundene grundsätzliche Eignung einer Fläche als Standort für eine PV-Anlage ziehen.

„Die verfügbaren Angaben werden über eine Ertragssimulations-Software erfasst, in Bezug zueinander gesetzt und basierend darauf der erwartbare Ertrag berechnet“, erläutert Liebich. In diesem Zusammenhang wird häufig auch ein digitales Höhenmodell der Geländesituation erstellt. „Über Drohnenaufnahmen lässt sich ein genaues Bild der Geländesituation aufnehmen und als 3D-Modell in eine Design-Software einspielen. Dort erfolgt die Belegung der Fläche mit den Solarmodulen. Die daraus resultierende Verschattungsszene lässt sich dann in die Ertragssimulations-Software übertragen. Auswirkungen auf die Einstrahlung durch Höhenunterschiede oder Verschattungssituationen werden so bei der Ertragsermittlung in hohem Detailgrad berücksichtigt.“

Je genauer und umfangreicher die Angaben, desto verlässlicher ist hinterher die Ertragsprognose. Fehlen Informationen, wird die Berechnung an dieser Stelle zunächst mit marktüblichen Annahmen, durchgeführt. „Die Erfahrung zeigt aber auch, dass durch vermeintlich kleine Unterschiede erhebliche Abweichungen in der Ertragsprognose entstehen können. Für ein möglichst realistisches Ergebnis ist es daher besonders wichtig, alle relevanten verfügbaren Parameter auch in die Berechnung einzubeziehen“, so der PV-Ingenieur.

Realistische Ertragsprognosen bedürfen konkreter Werte und Informationen

Um ein möglichst wirklichkeitsnahes Ertragsgutachten erstellen zu können, ist eine möglichst detaillierte Vorplanung des betreffenden PV-Projektes nötig. Eine genaue Ertragsprognose erfolgt – neben der ausgewogenen Ermittlung erwartbarer Einstrahlungswerte am Standort – vor allem auf Basis einer konkreten Belegungsplanung. Parallel dazu werden Angaben über die für den Bau gewählten Komponenten benötigt. Vor allem die Art und Beschaffenheit der Module wirken sich ertragsseitig aus. Auch andere Anlagenbestandteile, wie Wechselrichter, Unterkonstruktion, Transformatoren oder Batteriespeicher und ihr Zusammenspiel haben Einfluss auf den potenziellen Ertrag. Weiterführende Dokumente wie Kabelverlustberechnung, Strangverschaltung sowie die Bedingungen des Netzanschlusses mit den daraus resultierenden Vorgaben, wie etwa die maximale Einspeiseleistung oder der Cos-Phi, müssen für eine genaue Ertragsprognose berücksichtigt werden.

Aufbereitung der Ergebnisse zum bankfähigen Ertragsgutachten

Die Ergebnisse werden dann zur Erstellung eines bankfähigen Ertragsgutachten entsprechend der geltenden inhaltlichen und formalen Anforderungen fachlich aufbereitet und dargestellt. Wichtig ist in diesem Zusammenhang, die Simulationsdurchführung und die genutzten Parameter und Angaben schlüssig zu erklären und das Gesamtergebnis nachvollziehbar für alle späteren Nutzer des Gutachtens herzuleiten.

„Es kommt vor, dass bei der Erstellung des Ertragsgutachtens und dem Hinterfragen der uns zur Verfügung gestellten Daten und Informationen Optimierungspotenziale für das Design der Anlage deutlich werden“, so die Erfahrung von Liebich. „In diesem Fall informieren wir den Kunden darüber. Er kann dann entscheiden, ob er das Anlagendesign gegebenenfalls noch einmal anpassen möchte und so einen höheren Wert des Projekts erzielen kann.“